Benelli Leoncino Bobber 400: Der V-Twin, der begeistert [DER TEST]
Essentiell, agil und mit einem herzerwärmenden Klang: Benellis Rezept zur Eroberung der Custom-Welt
Der Reiz von Motorrädern mit verkürztem Radstand ist nichts Neues, und Benelli hat sich entschieden, gezielt in diese attraktive Nische einzusteigen. bobberEine Welt, die aus Essenzialität und Charakter besteht und deren Wurzeln in der Nachkriegszeit liegen, als amerikanische Veteranen ihre Motorräder von allem Überflüssigen befreiten, um schneller Rennen fahren zu können. Leoncino Bobber 400 Es handelt sich nicht nur um eine stilistische Übung, sondern um einen gelungenen Versuch, diesen individuellen Geschmack in eine zugängliche Dimension zu übertragen, in der der Preis keine Grenze darstellt, sondern der Ausgangspunkt für konkrete Begeisterung ist.
EIN DESIGN, DAS DIE SPRACHE DES KUNDEN SPRICHT
Vergessen Sie die eleganten Linien moderner Naked Bikes; hier dreht sich alles um den 130/90-R16-Reifen vorne, der für eine großzügige Standfläche und unbestreitbare Ausstrahlung sorgt. Das Benelli Style Center setzte auf Reduktion: Das Heck ist verkürzt und extrem leicht, so sehr, dass das Rücklicht verschwunden ist, um Platz für direkt in die Blinker integrierte Bremslichter zu schaffen. Eine mutige Entscheidung, die die Linie klarer macht und den Soziussitz – fast schon eine provisorische Sitzbank – hervorhebt. Dieser lässt sich mit wenigen Schrauben entfernen, um das Heck noch aggressiver wirken zu lassen.
Es gibt einige markante Details, wie den freiliegenden, fast skelettierten Luftfilter, der einen Blick auf die Falten des Filterelements freigibt, und den 15-Liter-Kraftstofftank, der sich deutlich vom Sitz abhebt. Der Frontscheinwerfer greift das für die Leoncino-Familie typische umgedrehte „C“ auf, jedoch mit einem rechteckigen Ausschnitt, der die für Bobber typische Horizontalität betont. Obwohl einige Kunststoffteile verbessert werden könnten, vermittelt das Motorrad insgesamt einen für den Preis mehr als angemessenen Qualitätseindruck.
DAS SCHLAGENDE HERZ: EIN V-ZWILLING MIT CHARAKTER
Um ein echtes zu machen bobber Sie benötigen den richtigen Motor, und Benelli gab nicht der Versuchung der üblichen Parallele nach. Hier ein 60° V-Twin 385 cm³, eine klassische Bauweise, die für Liebhaber dieses Genres Musik in den Ohren klingt. Mit 34 PS bei 8.000 U/min und einem Drehmoment von 36 Nm bei 4.500 U/min ist die Rede nicht von einem Rennmotorrad, sondern von einem ausgewogenen Motor, der mühelos dahingleitet.
Die Wahl von letzter Riemenantrieb Das sorgt für ein sanftes, sauberes Fahrgefühl und passt perfekt zum Stil des Motorrads. Anders als eine Kette benötigt der Riemen keine Schmierung – also keine ölige Felge – und ist extrem leise. Diese Eigenschaft entspricht perfekt dem Fahrgefühl, denn man hört nur das sanfte Blubbern des Motors ohne das typische Kettengeräusch. Der Doppelauspuff ist nicht nur optisch ein Genuss, sondern liefert auch einen vollen, überraschend satten Klang, sowohl im Leerlauf als auch beim Ausrollen, wo das dezente Blubbern einfach wohltuend ist.
RADFAHREN: ZWISCHEN STABILITÄT UND KOMPROMISS
Unter der Custom-Karosserie verbirgt sich ein Stahlrohrrahmen in Doppelschleifenbauweise mit einer 35-mm-Upside-Down-Gabel. Hinten bietet der klassische Doppelstoßdämpfer lediglich 65 mm Federweg. Das ist kurz, klar, und selbst auf den trockensten Schlaglöchern spürt man es, aber die hochprofiligen Reifen dämpfen Stöße gut und schonen den Rücken.
Mit einem Trockengewicht von 165 kg ist es leicht und daher auch für Anfänger einfach zu handhaben. Das Bremssystem wird durch ein serienmäßiges Zweikanal-ABS unterstützt. Vorne ist eine 300-mm-Bremsscheibe mit einem 4-Kolben-Axialbremssattel verbaut, hinten eine 240-mm-Bremsscheibe mit einem Einkolben-Schwimmsattel.
DIE PRÜFUNG: ZWISCHEN DEN GASTRONOMIEGASEN MAILANDS UND DEM WIND DES RACCORDO
Steig in den Sattel des Leoncino Bobber 400 Das bedeutet, in eine entspannte Fahratmosphäre einzutauchen. Die Sitzhöhe von nur 730 mm ist ein Segen, besonders für mich mit meinen 173 cm. Das Dreieck aus Sattel, Fußrasten und Lenker ist gut durchdacht; trotz der nach vorne gerichteten Fußrasten fühlt sich die Sitzposition nie gezwungen oder übermäßig ermüdend an, auch wenn man sich, wenn man aus anderen Segmenten kommt, erst einmal daran gewöhnen muss.
Im Mailänder Verkehr ist das Slalomfahren zwischen den Autos ein unerwartetes Vergnügen. Trotz der breiten Reifen gleitet das Motorrad flink durch die Gassen und über das Kopfsteinpflaster und ermöglicht so eine entspannte Fahrt. Hier zeigt sich der Charakter des Motors: Bei niedrigen Drehzahlen, im ersten und zweiten Gang, spürt man ein leichtes Ruckeln, das etwas Geschick mit der (zum Glück sehr leichtgängigen) Kupplung erfordert. Ab dem dritten Gang läuft alles flüssiger. Der Zweizylinder entfaltet sein volles Potenzial oberhalb von 5.000 U/min; über 8.000 U/min hinauszukommen, ist sinnlos, da der Motor abwürgt und die Kraft nachlässt. Doch zwischen 6.000 und 8.000 U/min ist alles vorhanden, was man für souveräne Überholmanöver und schnelle Kurvenfahrten braucht. Dabei sollte man stets die Unterstützung des Motors in Kauf nehmen. Traktionskontrolle Deaktivierung über einen Knopf am rechten Schalterblock.
Außerhalb der Stadt zeigt die Leoncino zwei Gesichter. Bei 110–120 km/h läuft der Motor vibrationsfrei mit rund 6.000 U/min, doch ihr geringes Gewicht und der kurze Radstand machen sie etwas windempfindlich. Sie ist ein gemütliches Motorrad, ideal für Ausflüge an Seen oder kurvenreiche Landstraßen.
Auf gemischtem Terrain stimmt die Balance perfekt. Das Motorrad legt sich präzise und sauber in die Kurven, solange man seinem natürlichen Fahrverhalten folgt. Das Handling muss geschmeidig sein; es ist kein Motorrad, das von selbst in die Kurven „fällt“, sondern erfordert aktives Zutun des Körpers, was das Fahrerlebnis körperlicher und traditioneller macht. Besonders effektiv fand ich es, die Fußrasten fest zu drücken. Dadurch erhöht sich die Geschwindigkeit in der Abfahrt deutlich, das Gefühl der Schräglage wird intensiver und die Fahrt deutlich dynamischer und mitreißender.
Wenn Sie jedoch auf maximale Bremskraft Wert legen, verlassen Sie sich nicht allein auf die Vorderradbremse; nutzen Sie die Hinterradbremse, um das Motorrad zu stabilisieren und die Bremswege zu verkürzen, und profitieren Sie dabei auch von der hervorragenden Motorbremswirkung des V-Twins.
Ein kleiner praktischer Hinweis zu den Lenkerendenspiegeln: Sie sehen zwar gut aus, erfordern aber mehr Kopfbewegungen, um zu sehen, wer hinter einem fährt. Außerdem haben Fahrer mit großen Händen, wie ich, Probleme mit dem Platz am linken Bedienelement, der mit dicken Winterhandschuhen etwas eng wird. Daher mein Tipp: Wählen Sie einen Funktionshandschuh, der nicht zu klobig ist, damit Sie die Bedienelemente problemlos bedienen können.
Auch die USB-BuchseDas Instrumentenpanel auf der linken Seite ist etwas zu weit vom Smartphone-Halter entfernt; ein Detail, das ich lieber näher an der minimalistischen Instrumentierung gesehen hätte, die zwar übersichtlich und farbenfroh ist, aber dennoch keine Außentemperaturanzeige besitzt.
Schließlich fällt besonders die Nähe der rechten Fußstütze zum Doppelauspuff auf. Der beengte Platz zwingt den Beifahrer oft dazu, seinen Fuß unabsichtlich auf dem Hitzeschild abzustellen.
La Benelli Leoncino Bobber 400 Es ist ein ehrliches Motorrad. Es verspricht keine Rekordleistungen, bietet aber ein authentisches Fahrerlebnis zu einem unschlagbaren Preis. Dieses erschwingliche Einsteigermodell ist eine willkommene Einladung in die Welt der Individualisierung: Genau das macht den Reiz eines Bobbers aus – die finanzielle Freiheit, ihn nach eigenen Wünschen zu gestalten und in alles zu investieren, was den eigenen Stil widerspiegelt.
Es ist die Art von echtem Radfahren, die die Erwartungen nie enttäuscht und die einen Kilometer für Kilometer dazu bringt, die Straße, die man befährt, immer mehr zu schätzen, im Wissen, dass man ein Gefährt in den Händen hält, das nur der Anfang eines persönlichen Projekts ist.
Kleidung verwendet in Zusammenarbeit mit:
CABERG Drift Evo II Carbon Helm
ACERBIS CE Up Town Jacke
BLAU Kombinierte Jeanshandschuhe
GEHALTENEN Newport-Jeans
GEHALTENEN Sirmione GTX-Stiefel
TECHNISCHE DATEN
Motor: 60°-V-Twin, 4-Takt, SOHC, flüssigkeitsgekühlt, Euro 5+
Maximale Leistung 25 kW (34 PS) bei 8000 U/min Maximaler Drehmoment: 36 N·m bei 4500 U/min
Verschiebung: 385 cc
ändern: 6-Gang-Schaltgetriebe mit Anti-Hopping-Kupplung
Maximales Gewicht 165 kg (trocken)
Susp. Front: Upside-Down-Gabel mit 35-mm-Standrohren (125 mm Federweg)
Susp. hinteren: Verstellbarer Doppelstoßdämpfer (65 mm Federweg)
Bremssystem: Vorderachse: Einzelne ø 300 mm Bremsscheibe mit 4-Kolben-Axialbremssattel – Hinterachse: Einzelne ø 240 mm Bremsscheibe mit Ein-Kolben-Schwimmsattel (ABS serienmäßig)
Reifen: Vorne: 130/90-R16; Hinten: 150/80-R16
Tankinhalt: Lt 15
Verbrauch: 3,6 l / km 100
Wenn im Preis nicht inbegriffen: 5.490 € fc
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